Der Rohbau steht!
Vor einer Woche haben wir auf den Rohbau unserer neuen HNO- Klinik in Ngaoundére das Dach aufstellen lassen. Damit ist der für dieses Jahr geplante Bauabschnitt vor der geplanten Zeit fertig geworden und wir können die Fenster einbauen lassen. Um dann 2027 mit dem Innnenausbau zu beginnen und dann auch bald umziehen zu können.
Aber kurz zurück zum Anfang: vor drei Jahren hatten wir unser Stammhaus in Ngaoundéré, das Hôpital Protestant verlassen und sind auf Einladung von unserem Freund, dem Urologen Dr Danki zu ihm in seine Privatklinik „Clinique Islamique Adamaoua“ gezogen. Dieser Umzug hat sich als echter Glücksgriff erwiesen, unseren Patientenzahlen sind in einem für uns völlig unerwarteten Umfang gestiegen und wir mussten in kürzester Zeit Personal einstellen und unsere OP- Kapazitäten erweitern.
Aber schon damals wussten wir, dass die Zeit in der „Clinique Islamique“ begrenzt sein würde. Dr. Danki hatte bereits mit der Planung für eine neue und vor allem größere Klinik begonnen.
Angesichts des Erfolgs der letzten Jahre, der sich besonders auf die Zusammenarbeit in einer Klinik für chirurgische Spezialisten gründete, war es klar, dass wir diese Zusammenarbeit unbedingt fortsetzen müssten. Und tatsächlich fand sich auf der Grundstück der neuen Klinik noch ausreichend Platz für unseren Neubau: Ein eigene Haus mit großem, hellen Warteraum, Büroraum und Anmeldung, Platz für zwei Konsultationsräume, Audiologische Diagnostik, ein großes Magazin und eine kleine Teeküche.
Finanziert wurde der Neubau bis heute zu gleichen Teilen durch Spenden und durch Rücklagen aus dem Instandhaltungsfond unseres Projektes. Die Planung und Bauaufsicht lag in den Händen von Madame Veronique, unserer Büroleiterin vor Ort.
Mit dem Ergebnis ihrer Arbeit sind wir hochzufrieden und schauen erwartungsvoll in die Zukunft, in der wir zum ersten mal seit dem Bestehen des Projekts in Räumlichkeiten arbeiten werden, die ganz auf die Bedürfnisse einer modernen HNO- Abteilung zugeschnitten sind!
Neue Mitarbeiter im Team der HNO- Abteilung in Ngaoundéré

Zum 1. August 2026 haben wir unser Team in Ngaoundéré neu aufgestellt. Grund dafür war der Fortgang unseres langjährigen OP-Pflegers Daniel Yatot. Er hatte über die Jahre zunächst hauptamtlich, dann nebenamtlich als OP- Pfleger gearbeitet. Kurzfristig ist er von seinem Arbeitgeber in ein anderes Krankenhaus, mehr als 8 Stunden entfernt, versetzt worden. Uns blieb nur wenig Zeit um einen Ersatz zu finden.
Aber wir haben diese Situation auch als Chance gesehen, uns neu aufzustellen. So ergab sich die Möglichkeit, eine junge Frau einzustellen, die gerade ihre Ausbildung als Krankenpflegehelferin abgeschlossen hat und seit fast einem Jahr auf Stellensuche war. Für den Anfang wird Caroline Miemnale die Funktion des „Springers“ im OP übernehmen, also dem OP- Instrumenteur zuarbeiten. Daneben erhielt sie die Verantwortung über unser OP-Magazin und damit verbunden die verantwortungsvolle Aufgabe, für die Reinigung und Sterilisierung der chirurgischen Instrumente zu sorgen wie auch das gesamte Verbrauchsmaterial zu bewirtschaften.
Als erste Maßnahme hat sie mit tatkräftiger Unterstützung unserer Besucher aus Deutschland das Magazin neu aufgestellt und geordnet und sich damit einen Überblick verschafft über das was da in Zukunft auf sie zu kommt. Im OP, als Instrumenteur und Assistent, werden wir in Zukunft von der Erfahrung und dem chirurgischen Geschick von Emanuel Fibane profitieren. Er ist einer der besten OP-Pfleger in unserer Region und arbeitet schon lange mit unserem urologischen Kollegen Dr. Franklin Danki zusammen. In den ersten beiden Wochen des Übergangs hat er sich schnell und sicher in die speziellen Anforderungen der HNO- Chirurgie eingearbeitet. Er wird natürlich auch Caroline in der Arbeit der Materialpflege unterstützen. Wahrscheinlich werden auf ihn in der Zukunft noch weitere Aufgaben zukommen, die seine Fähigkeit für sicheres selbstständiges Arbeiten erfordern werden.
Unverändert in dem Team ist die Position der Rezeptionisten mit Victoire Delsia besetzt. Sie hat sich im letzten Jahr gut und schnell in diese exponierte Position eingearbeitet und wurde inzwischen auch mit der verantwortungsvollen Postion der Kassiererin betraut. Die Leitung unseres Team liegt unverändert in den Händen von Veronique Bianbobe. Neben der Audiologie und der Otologie hat sie die gesamte administrative Leitung der kleinen HNO- Abteilung sicher in der Hand. Und bei dem Neubau der HNO- Klinik hat sie im letzten halben Jahr als Bauleitung für das Projekt außerordentliches vollbracht.Somit ist unsere Abteilung jetzt auf vier hauptamtliche Mitarbeiter angewachsen. Dies entspricht auch den Bedürfnissen eines immer höheren Patientenaufkommens und lässt sich tatsächlich unabhängig von Spenden auch durch die Einnahmen aus der täglichen Arbeit finanzieren.
Wir sind umgezogen!
Am 10.10.2023 war es soweit: mit unserem Projekt sind wir in unsere neuen Räumen in der Islamique Clinique Adamaoua gezogen!
Nach über 10 Jahren im Hôpital Protestant Ngaoundéré wurde bedauerlicherweise unser Vertrag mit dem Betreiber des Krankenhauses, der Eglise Evangelique Protestant Cameroun nicht mehr verlängert. Da sich eine solche Entwicklung im letzten Jahr bereits abgezeichnet hatte und es in der Vergangenheit zu immer weiteren Einschränkungen im Betrieb des Krankenhauses gekommen war (keine Stromversorgung, keine Wasserversorgung, keine funktionierende Sterilisation, kein Personal im OP- Bereich mehr) hatten wir uns schweren Herzens auf die Suche nach einem neuen Partner gemacht.
Unser langjähriger Freund und Kollege Dr. Danki, Urologe und ehemaliger Direktor des Protestantischen Krankenhauses, konnte uns dann ein gutes Angebot machen.
Wir verfügen jetzt zum ersten mal über wirklich ausreichend Platz, um unser in den letzten Jahren immer weiter gewachsenes Angebot auch unter angemessenen räumlichen Bedingungen umsetzen zu können.
Neben einem eigenen Wartebereich können wir jetzt ein eigenes Büro neben dem Untersuchungszimmer betreiben. Damit können jetzt endlich administrative und klinische Arbeiten gleichzeitig durchgeführt werden. Außerdem verfügen wir jetzt über einen eigenen Raum für die Höruntersuchungen, einen kleinen Raum für ambulante Eingriffe und viel Platz für die sachgerechte Lagerung unseres umfangreichen Materials.
Und natürlich können wir jetzt viel einfacher auf den gut ausgerüsteten OP- Saal der Klinik und das erfahrene Anästhesie- Team vor Ort zurückgreifen.
Wir sehen der zukünftigen Arbeit in unseren neuen Räumen gespannt entgegen!
Kampagne zur Operation von Schilddrüsenvergrößerungen
Im Oktober und November 2022 konnten wir endlich unsere lange geplante Kampagne zur Operation von Patienten mit Vergößerungen der Schilddrüse durchführen.
Knotige Schilddrüsenveränderungen sind sehr häufig im Norden Kameruns, die Ursache ist wahrscheinlich ein Jodmangel. Während in Fällen mit noch normalem Stoffwechsel der Schilddrüse und normalen Hormonwerten häufig eine langfristige medkamentöse Therapie Besserung bringen kann sind diejenigen Patienten, bei denen der Regelkreis der Produktion von Schilddrüsenhormon bereits aus dem Ruder gelaufen ist, auf eine Operation angewiesen.
Da es sich bei den Schilddrüsenvergößerungen häufig um riesige Befunde handelt und die überwiegende Anzahl der Patienten, zumeist Frauen, auch häufig andere Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes (Blutzuckerkrankheit) oder Anämie (Blutarmut) aufweisen, ist die Behandlung eine chirurgische und anästhesiologische Herausforderung.
Hinzu kommt noch der nicht unerhebliche organisatorische Aufwand: Die Patienten müssen im Rahmen von Informationskampagnen zunächst über das Vorhandensein von Behandlungsmöglichkeiten informiert werden, dann muss die Anreise nach Ngaoundere für die Diagnostik und die spätere Therapie geplant werden. Material zur Operation und Medikamente zur Behandlung müssen beschafft werden und Personal muss geschult werden. Solche Vorbereitungen ziehen sich gerne einmal ein ganzes Jahr über hin. Hinzu kommen die nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten: Unser einziger eingearbeiteter OP- Pfleger wird sinnlos versetzt, die Anästhesie hat keine Kapazitäten, die Sterilisation funktioniert nicht… Für all diese Probleme muss eine Lösung gefunden werden, bevor auch nur der erste Hautschnitt getan werden kann.
Schließlich viel die Entscheidung dahingehend, dass wir für diese Kampagne unser angestammtes Krankenhaus „Hôpital Protestnat“ verlassen und auf die Ressourcen des staatlichen Regionalkrankenhauses zurückgreifen. Das hatte außerdem den Vorteil, dass der dortige Chirurg, Dr. Armand, bereits in diesen Eingriff eingearbeitet war und nur mit modernen Verfahren wie dem Monitorung des Stimmbandnerven vetraut gemacht werden musste. Ausserdem konnten wir seiner Assitentin Dr. Sandrine bei der Gelegenheit die ersten OP- Schritte für diesen Eingriff beibringen. Daneben hat das Anästhesieteam des Regionalkrankenhauses durch die Unterstützung unserer deutschen Kollegin profitiert.
Insgesamt konnten wir über einen Zeitraum von 2 Monaten 12 Patienten mit ausgedehnten Schilddrüsenveränderungen operieren und weitere 36 Patienten einer langfristigen konservativen Therapie zukommen lassen.
Die Kosten für diese Behandlungen sind zum einen durch Spenden an unseren Verein „HNO für Kamerun e.V.“ getragen worden, zum anderen haben unsere langjährigen Unterstützer von „Pro- Interplast Seligenstadt e.V.“ einen erheblichen Anteil der OP-Kosten übernommen.
Abschließend können wir uns über die erfolgreiche Durchführung aller 12 Operationen freuen. Viel wichtiger ist uns aber, das wir diese Eingriffe jetzt sorglos in die Hände des kamerunischen Teams von Dr. Armand und Dr. Sandrine im Regionalkrankenhaus Ngaoundere übergeben können. Gerne stehen wir beiden weiter mit Rat und Tat zur Seite, aber für die Behandlung der Patienten in Kamerun ist damit ein wichtiger Schritt getan, um von der Versorung durch ausländische Ärtze unabhängig zu werden!
Neuigkeiten zu Blandine

Heute stellte sich Blandine, vier Wochen nach ihrer Rückkehr aus Douala, zur ersten Nachkontrolle nach der Strahlentherapie vor. Es geht ihr inzwischen wieder sehr gut, sie hat wieder an Körpergewicht zugenommen und beklagt keine Schmerzen mehr! Die Schwellungen am Hals und im Nasenrachen sind völlig zurückgegangen, sie kann wieder ganz normal essen. Während ihres Aufenthaltes in Duala haben sie und ihre Schwester ein bisschen mehr Französisch gelernt und mit dem Pflegepersonal vor Ort gute Freunde und viel Unterstützung und Hilfe gefunden. Die gesamte Reise ist dank der Unterstützung aller Spender ein großer Erfolg gewesen. Jetzt kommt es darauf an, die nächsten Jahre wachsam zu sein und zu hoffen, dass die Krebserkrankung nicht zurückkehrt. Aber die Chancen sind gut. Wir hatten die Möglichkeit, dass Behandlungsprotokoll einzusehen und die Behandlung ist nach einem hohen Standard durchgeführt worden, wie er auch zu Hause in Europa kaum besser sein könnte. wie geht es jetzt weiter mit Blandine? Sie hat, obwohl schon 14 Jahre alt, nur eine sehr rudimentäre Schulbildung genossen und ist praktisch Analphabetin. Aber sie hat sehr schnell wichtige Brocken Französisch gelernt und kann sich jetzt deutlich besser verständigen. Wir haben bereits in Ngaoundéré eine Familie gefunden, die Blandine als Haushaltshilfe einstellen möchte. Das gibt ihr die Möglichkeit, ein wenig für ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und weiter Französisch zu lernen. In vier Wochen kommt Blandine zur nächsten Kontrolle und wir hoffen alle, dass sie sich weiter gut entwickelt wie bisher.
Ein riesiges DANKE SCHÖN an alle Spender, für die Unterstützung bei Blandines Behandlung :
Anne, Kai, Christian, Anneke, Janina, Niklas, Fabian, Jan, Taban, Claudia, Lena, Julia, Harry, Inge, Rümeysa, Mirija, Melanie, Karsten, Werner, Karl-Heinz, Eva, Hans-Herbert, Mario, Angelika, Rolf, Renate, Elke, Heike, Hans-Peter, Susanne, Jens, und gaaanz viele kleine Spenden, die Elke gesammelt hat!
Blandine fährt zur Behandlung nach Douala
Vor 14 Tagen hat Blandine das CT von Hals und Lunge bekommen, bereits aus Spenden bezahlt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Ursprung der Halsmetastasen nicht wie zunächst vermutet in der Rachenmandel liegt sondern im Nasenrachen. Daraufhin haben wir vor einer Woche eine neue Spiegelung gemacht, und tatsächlich, im Vergleich zu unserer Untersuchung im Februar diesen Jahres sieht man jetzt eine Geschwulst im Nasenrachen, welche sich schnell ausdehnt. Auch die Halslymphknoten sind größer geworden und bereiten immer mehr Schmerzen.
Wie geht es jetzt weiter:
Wir haben jetzt das sogenannte „staging“ abgeschlossen. Dies dient der sicheren Einordnung des Tumors, um in Anlehnung an bestehende Standards die beste Behandlung zu finden. Für Blandine bedeutet dies, dass eine Operation nicht in Frage kommt. Die Therapie der Wahl ist eine primäre kombinierte Radio- Chemotherapie.
Und da gibt es tatsächlich nur eine einzige Klinik in ganz Kamerun, in der diese Behandlung durchgeführt werden kann: Das Cameroon Oncology Center in Douala. Wir haben mit diesem Kontakt aufgenommen, alle Befunde dorthin geschickt und die ersten Termine gemacht. Nächste Woche, ab dem 22. Mai 2022, macht sich Blandine auf die Reise.
Natürlich ist das alles einfach erzählt, aber in Wirklichkeit unglaublich kompliziert. Blandine ist Minderjährig, darf nicht alleine reisen. Ihre Schwester hat leider keinen Personalausweis (wir versuchen das zu organisieren, aber es fehlt die Geburtsurkunde), also kann sie nicht reisen. Deshalb wird wohl unsere Sekretärin Mme Veronique sich mit ihr auf den Weg machen. Das bedeutet, 14 Stunden mit dem Zug von Ngaoundéré nach Yaounde, dort am selben Tag noch mit dem Bus nach Douala, weitere 5 Stunden. Am nächsten Tag dann zur Klinik um die Aufnahme zu regeln. Da Krankenhäuser in Afrika nur die Behandlung und Spezielle Pflege, aber nicht die Allgemeine Pflege (Waschen, Bettwäsche etc.) stellen und auch keine Verpflegung, suchen wir gerade eine vertrauensvolle Person in Douala die Französisch und Fulfulde spricht und diese Unterstützung bieten kann. Und dann werden wir mal sehen was da noch auf uns zukommt.







