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Rückblick auf das erste Halbjahr 2015

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Höruntersuchung

Nachdem es seit einiger Zeit keine Neuigkeiten in diesem Teil unserer Website zu lesen gab, soll die Entwicklung der letzten Monate nun einmal zusammengefasst werden. Ursache für unsere Verzögerung im Aktualisieren war in erster Linie ein technisches Problem: unsere Website wurde mehrfach „gehackt“ und war daher nicht oder nur teilweise erreichbar, außerdem gingen Inhalte verloren. In diesem Zusammenhang jetzt aber wieder mal ein großes Dankeschön an Ralf Powierski, der diese Website ehrenamtlich betreut und auch wieder zusammengebastelt hat!

Vielen Dank auch unseren Spendern, die in diesem Jahr unsere Arbeit unterstützt haben: Der Lions- Club Poppenbüttel hat uns mit 1400,00€ großzügig unterstützt! Außerdem gilt unsere Dank ebenso wie Frau Dr. J. Bals, der HNO- Praxis Bramfeld sowie der Praxisklinik Rothenbaum.

Was hat sich nun im Einzelnen so ereignet im Norden Kameruns?

Nachdem wir Dank der Unterstützung der GFA Consulting Group und der Firma Auritec mit den entsprechenden Geräten ausgerüstet worden, konnten wir mit dem Hörscreening für Kinder und Tests für Erwachsene beginnen. Inzwischen sind genau 100 Kinder im Alter unter einem Jahr auf Hörstörungen untersucht worden, dabei fanden sich 15 Kinder mit auffälligen Befunden. In den Folgeuntersuchungen bestätigte sich dies bei 2 Kindern, so dass wir diese zeitgerecht in die hiesige Schwerhörigen- Schule einweisen konnten und beide ebenso mit einem Hörgerät versorgen konnten. Daneben wurden 32 Erwachsene untersucht, bei denen, meist aufgrund einfachster Verständigungsprobleme, eine normale Höruntersuchung nicht durchführbar war. Auch hier konnten zügig die entsprechenden Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werde.

Schwierig erwies sich in diesem Zusammenhang jedoch die Einweisung von Krankenschwestern der geburtshilflichen  und Neugeborenen- Station in diese Untersuchungstechnik und die Bedienung der Geräte. Nach einigen vergeblichen Anläufen haben wir uns entschlossen, diese Untersuchung zunächst in der Hand unseres HNO- Pflegers Herrn Daniel Yatot zu belassen, der diese Untersuchungen tatsächlich mit der gebotenen Sorgfalt ausführt und pfleglich mit den Geräten umgeht.

Zusammenarbeit mit anderen Hospitälern in der Region:

Nach den entsprechenden Vorplanungen führten wir Visiten zur HNO- Konsultation in anderen Krankenhäusern der Region durch. Grund dafür sind die langen Wege und die aufgrund der schlechten Transportmöglichkeiten sehr eingeschränkten Besuchsmöglichkeiten für Patienten. Daher besuchten wir sowohl das katholische Missionsspital in Rey Bouba nördlich von Ngaoundere  als auch das Protestantische Hospital in Ngaubela, wo wir jeweils für drei Tage HNO- Sprechstunden angeboten haben. Trotz der langen Anreise, 4 Stunden nach Rey Bouba und 7 Stunden nach Ngaubela im Süden, waren diese Besuche ein großer Erfolg, wir haben dutzende Patienten gesehen und einige Termine zu Operationen verabreden können.
Derweil hat sich leider die Situation im „Hopital Protestant“ in Ngaoundere kontinuierlich verschlechtert. Infolge von Missmanagement, Vetternwirtschaft und Korruption ist das Hospital praktisch insolvent. Lange Verhandlungen mit vielen Vorschlägen zur Verbesserung der Einkommenssituation für das Hospital durch uns führten zu keinem Durchbruch. Im Gegenteil, ebenso wie die Gehaltszahlungen für die Angestellten des Hospitals mehrere Monat im Rückstand sind, so wurden unsere Ausgaben für das Hospital nicht mehr wie verabredet erstattet.

Wir mussten daher die Konsequenz ziehen und unsere Mitarbeit im „Hopital Protestant“ reduzieren. Zur Zeit bieten wir eine Sprechstunde einmal pro Woche an sowie eine Notfall- Versorgung für HNO- Erkrankungen einschließlich Notfall- Operationen.

Wie solle es weitergehen?

Wir sind zur Zeit auf der Suche nach einem anderem anderen Krankenhaus in Ngaoundere, an dem wir unser Projekt umsetzen können. Dabei möchten wir weiter mit den in Deutschland gut ausgebildeten Kollegen zusammenarbeiten, die ebenfalls die Arbeit im „Hopital Protestant“ einstellen mussten. Es haben sich einige sehr interessante Möglichkeiten aufgetan, aber die Verhandlungen sind noch nicht zu einem Abschluss gekommen. Von daher bleibt uns leider zur Zeit nicht anderes übrig, als die Notfallversorgung für die Bevölkerung in der Region Grand Nord hier in Ngaoundere aufrecht zu erhalten und auf das Beste zu hoffen.